Deutschland auf 48,26 m²

Artikel, 12.09.2013

In der aktuellen Ausgabe seiner "Berliner Notizen" schreibt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe über das "Deutschland-Zimmer" in der CDU-Bundesgeschäftsstelle.

Von Hermann Gröhe

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie groß ist ganz Deutschland? Ja, richtig, unser Land erstreckt sich über etwa 48,26 Quadratmeter. Diesen Eindruck kann man zumindest im „Deutschland-Zimmer“ ge-winnen, das für den Bundestagswahlkampf 2013 in der CDU-Bundesgeschäftsstelle als zentraler Besprechungsraum eingerich-tet wurde. Hier kommen derzeit viele Ge-sprächsrunden zur Wahlkampfplanung zu-sammen, die „PV-Lage“ unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, unserer Parteivorsitzenden (PV), ebenso wie die „GS-Lage“, die ich als Generalsekretär (GS) der CDU leite.

Ich mag das „Deutschland-Zimmer“ sehr, denn es ist – anders als die sehr „sachli-chen“ Besprechungsräume aus vorange-gangenen Wahlkämpfen – mit verschiede-nen „Kniffen“ besonders ansprechend ge-staltet. So befinden sich z. B. Stühle aus allen Bundesländern in diesem Zimmer. Dabei hat das in Deutschland am weitesten nördlich wohnende Parteimitglied der CDU von der Insel Sylt den schleswig-holstei-nischen Stuhl zur Verfügung gestellt, wäh-rend der hessische Stuhl vom geogra-phischen Mittelpunkt der Europäischen Union stammt. Auch von den verschiede-nen Tassen, aus denen im „Deutschland-Zimmer“ getrunken wird, hat jede ihre eigene Herkunftsgeschichte. Denn diese kommen aus allen Regionen und vielen Städten in ganz Deutschland – ebenso wie jene 16 Fotos, die Bildausschnitte zeigen, die für die 16 Bundesländer typisch sind. Schließlich ziert die Tischplatte des Kon-ferenztisches eine moderne graphische Darstellung der Umrisse Deutschlands.

Deutschland ist vielfältig und schön – und das entsprechend gestaltete „Deutschland-Zimmer“ soll uns gerade in unseren Leitungsbesprechungen immer wieder daran erinnern, dass wir für unser ganzes Land Verantwortung tragen und auch weiterhin übernehmen wollen. Wir dürfen uns nie dazu verleiten lassen, das Haupt-stadtgeschehen mit der Lage und Stim-mung im ganzen Land zu verwechseln. Manches Thema, das in Berlin „hoch-gejazzt“ wird, ist für Viele im Land völlig unerheblich. Und anderes, was Vielen im Lande „unter den Nägeln brennt“, kommt im Hauptstadtlärm zu selten zur Sprache. Das sollten wir nie vergessen. Und daran werde ich erinnert, wenn ich im „Deutschland-Zimmer“ auf einem nord-rhein-westfälischen Stuhl Platz nehme, dann einen Schluck Kaffee aus einer säch-sischen Tasse trinke und nach der Bespre-chung auf ein Foto aus Baden-Württem-berg blicke.

Ein weiterer optischer Volltreffer sind die Wände des „Deutschland-Zimmers“, denn diese sind in Ecru gestrichen. Dies führte dazu, dass sich nach der Eröffnung des „Deutschland-Zimmers“ ein besonders kul-tiger Dialog aus Ocean’s 11 in der CDU-Bundesgeschäftsstelle ungeahnter Beliebt-heit erfreute. Als er per Video erstmalig den Tatort seines geplanten Casinoraubzuges ausspioniert, fragt ein kopfschüttelnder George Clooney vor dem Bildschirm troc-ken: „Wie kann man einen Flur nur in der Farbe streichen?“ Daraufhin gibt Brad Pitt zu bedenken: Es heißt, Ocker würde beruhigen!“ – und das habe ich auch vom Farbton Ecru festgestellt. Das „Deutsch-land-Zimmer“ hat etwas von einer Lounge, hier lässt es sich trotz aller Hektik immer in der erforderlichen Ruhe arbeiten, und zugleich werden wir CDUler immer wieder daran erinnert, was uns wichtig ist und wo-für wir einstehen.

Es grüßt Sie herzlich aus Berlin
Ihr
Hermann Gröhe