Gröhe informiert sich über Bildungspaket

Artikel, 08.05.2013
Hermann Gröhe in der Gemeinschaftsgrundschule St. Peter (Foto: L. Berns/Rhein-Kreis Neuss)

Bei einem Besuch in der Gemeinschaftsgrundschule St.-Peter in Neuss-Rosellen informierte sich Hermann Gröhe über die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) im Rhein-Kreis Neuss. Gemeinsam mit Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz sprach er mit Schulsozialarbeiterinnen, Schulleitung und Vertretern des Technologiezentrums Glehn, bei dem die im Rhein-Kreis Neuss tätigen Schulsozialarbeiter angestellt sind.

"Bedürftige Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch aufs Mitmachen", betonte Gröhe. So habe man auf Bundesebene im April Zwischenbilanz zum Bildungs- und Teilhabepaket mit dem Ergebnis gezogen, dass Leistungen inzwischen deutlich häufiger abgerufen werden als noch vor einem Jahr. Dies konnte Jürgen Steinmetz als Sozialdezernent für den Rhein-Kreis Neuss bestätigen: Mit mittlerweile insgesamt 40 000 Anträgen hat der Kreis bereits 76 Prozent der Hilfeberechtigten erreicht und liegt damit, wie Gröhe feststellte, über dem Bundesdurchschnitt von 73 Prozent.

"Das Bildungspaket des Bundes leistet einen Beitrag, um die Chancen bedürftiger Kinder und Jugendliche zu verbessern, und erreicht die Familien im Rhein-Kreis Neuss immer besser", sagte Steinmetz. Der Bund hat dem Rhein-Kreis Neuss 2012 für die Umsetzung rund 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Um noch mehr Kinder und Jugendliche – und das möglichst bedarfsgerecht – zu fördern, soll das Antragsverfahren außerdem einfacher und schneller werden. Wie Gröhe ankündigte, werde die Bundesregierung daher zum 1. August eine Reihe von Vereinfachungen umsetzen. Künftig sollen bedürftige Kinder auch Ausrüstungsgegenstände wie Fußballschuhe oder Musikinstrumente über das Bildungspaket erhalten können.

Ein wichtiges Instrument, um anspruchberechtigte Kinder und Jugendliche vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren zu lassen, ist die Schulsozialarbeit, sind Gröhe und Steinmetz überzeugt. So haben allein die 33 im Rhein-Kreis Neuss eingesetzten Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im vergangenen Jahr in 5257 Fällen dafür gesorgt, dass entsprechende Leistungen des Bundes abgerufen wurden. Gröhe appelliert daher an das Land, die Weiterführung sicherzustellen.

Zur Verkürzung der Antragswege verfügen die Schulsozialarbeiter im Rhein-Kreis Neuss in Kürze über eine eigene App, mit deren Hilfe Anträge direkt auf dem Smartphone ausgefüllt und eingereicht werden können. Entwickelt worden ist die App von der Technologiezentrum Glehn GmbH des Rhein-Kreises Neuss.

Seit zwei Jahren können Eltern, die auf Hartz IV oder Wohngeld angewiesen sind, für ihre Kinder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes erhalten. Es umfasst ein subventioniertes Mittagessen in Kindertageseinrichtungen und Schulen, Lernförderung, die Finanzierung von Klassenfahrten und -ausflügen, jährlich 100 Euro für Schulmaterialien, einen monatlichen 10-Euro-Zuschuss für z.B. Sportvereine oder Musikunterricht.