90. Gesundheitsministerkonferenz: Patientenorientierte Gesundheitsversorgung sicherstellen

Artikel, 21.06.2017
Foto: BMG / Schmidt-Gernig

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kommt mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern sowie Gesundheitssenatorinnen und -senatoren der Bundesländer zur 90. Gesundheitsministerkonferenz am 21. und 22. Juni in Bremen zusammen. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen.

Mit dem demografischen Wandel und der steigenden Lebenserwartung erhöht sich die Zahl der Menschen mit Mehrfacherkrankungen. Eine fachübergreifende Versorgung und Weiterentwicklung einer gesamtheitlichen Arzneimitteltherapie sollen deshalb die gesundheitliche Versorgung und Pflege für die älter werdende Bevölkerung sicherstellen. Mit dem E-Health-Gesetz hat das Bundesgesundheitsministerium gesetzlich festgelegt, dass Menschen, die drei oder mehrere Arzneimittel einnehmen Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Im Medikationsplan werden alle Arzneimittel, die Patientinnen und Patienten anwenden, mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich und verständlich dokumentiert. Dadurch können Einnahmefehler oder gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. Das ist gerade für ältere, chronisch und mehrfach erkrankte Menschen eine große Hilfe.

Das E-Health-Gesetz enthält außerdem einen Fahrplan für die Einführung einer digitalen Infrastruktur mit höchsten Sicherheitsstandards und die Einführung nutzbringender Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte. Beides gehört ebenfalls zu den Themenbereichen, mit denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesundheitsministerkonferenz in diesem Jahr auseinandersetzen.

Ein weiteres Thema ist die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe. Der "Masterplan Medizinstudium 2020“ und das Pflegeberufegesetz, das die Pflegeausbildung moderner und attraktiver machen soll, sind hier wichtige Schritte. Für eine grundlegende Weiterentwicklung weiterer Gesundheitsfachberufe soll in einer Bund-Länder-AG unter Einbezug von Expertinnen und Experten ein Aktionsplan erarbeitet werden.

Die Gesundheit und medizinische Versorgung von Flüchtlingen ist ein länderübergreifendes Thema, das ebenfalls bei der Gesundheitsministerkonferenz zur Sprache kam. Das Bundesgesundheitsministerium unterstützt hier mit zahlreichen Maßnahmen. So wurde für die Versorgung von Flüchtlingen mit Schutzimpfungen ein bundesweit einheitlicher Standard eingeführt, zu dem das Robert Koch-Institut in Abstimmung mit der Ständigen Impfkommission ein Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland entwickelt hat. Darüber hinaus hat die Bundesregierung Traumazentren und eine Reihe von Forschungsprojekten und Veranstaltungen zum Thema psychische Gesundheit von geflüchteten Menschen finanziell gefördert. Einen Überblick über das deutsche Gesundheitswesen, Untersuchungen in Aufnahmeeinrichtungen und praktische Hinweise zum Schutz vor Krankheiten und Infektionen bietet der Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende des Bundesgesundheitsministeriums, der in sieben Sprachen übersetzt wurde.

Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder findet jährlich wechselnd in unterschiedlichen Bundesländern statt. In 2018 übernimmt Nordrhein-Westfalen den Vorsitz.