"Berliner Notizen": Sich gesund turnen - ein Fall für die BZgA

Artikel, 19.06.2017
Foto: Carsten Kobow / BZgA

Hermann Gröhes "Berliner Notizen" erschienen regelmäßig im Neusser "Stadt-Kurier", d. h.: direkt im heimischen Wahlkreis. Diesmal blickt Gröhe auf das Internationale Deutsche Turnfest zurück, das vor wenigen Wochen in Berlin stattfand.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Johanna Quaas ist 92 Jahre alt - und noch ein wenig beeindruckender als ihr Alter ist die Tatsache, dass Frau Quaas nach wie vor erfolgreich an Turnwettkämpfen teilnimmt. Das war auch vor Kurzem beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin der Fall, bei dem die bemerkenswert fitte Dame das staunende Publikum erneut mit ihrer Gelenkigkeit begeisterte - vor allem am Barren, ihrem Lieblingsgerät seit vielen Jahrzehnten. Beifallsstürme waren der betagten Turn-Botschafterin auch diesmal sicher!

Das Internationale Deutsche Turnfest hat sich inzwischen zur weltweit größten Breitensportveranstaltung entwickelt. Was mich dabei besonders freut: Der Deutsche Turner-Bund ist bereits seit 1995 ein starker und erfolgreicher Partner der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), einer Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Daher habe ich beim Turnfest, das alle vier Jahre stattfindet, mehrere Begegnungsstände der BZgA besucht. So habe ich mich bei verschiedenen Mitmach-Aktionen über die BZgA-Angebote "Kinder stark machen", "Alkoholfrei Sport genießen", "Alkohol? Kenn‘ Dein Limit.", "Gesund und aktiv älter werden" (bzw. "Älter werden in Balance") und "GUT DRAUF" informiert. Alle diese Projekte drehen sich um die Themen Gesundheitsförderung und gesundheitliche Vorsorge und eignen sich zudem bestens für die vielfältige Arbeit von Turn- und Sportvereinen.

Das "sportliche" Ziel der BZgA besteht darin, Menschen jeden Alters zu einem gesunden und suchtfreien Lebensstil zu bewegen. Dabei geht es um ausreichende Bewegung, Suchtvorbeugung, die Vermeidung von übermäßigem Alkoholgenuss, gesundes Alter(n), eine gute Ernährung und einen bewussten Umgang mit Stress: Das sind wichtige Themen für die BZgA. Denn natürlich ist sich auch die Bundeszentrale dessen bewusst: Zu einem gesunden Lebensalltag bzw. Aufwachsen und Altern gehört auch der Sport. Die Möglichkeiten der Sport- und Turnvereine, die es vom kleinen Dorf bis in die Millionenstadt überall in Deutschland gibt, sind deshalb besonders wertvoll. Bewegung, eine gute Leistungsfähigkeit und Fitness im Alltag: All' dies ist im Vereinsleben am schönsten - ebenso wie der feste Zusammenhalt in einer Gemeinschaft, Fairness und der gute Umgang mit Siegen und Niederlagen. Der Deutsche Turner-Bund hat heute mehr als fünf Millionen Mitglieder in ganz Deutschland - und die bewährte Partnerschaft mit der BZgA wird ausgebaut.

Eine politisch wichtige Maßnahme für gesundheitliche Vorsorge: Mit dem Präventionsgesetz, das im Sommer 2015 in Kraft getreten ist, stärken wir die Gesundheitsförderung direkt im Lebensumfeld - im Kindergarten, der Schule, am Arbeitsplatz und im Pflegeheim. Das große Ziel des Gesetzes: Krankheiten sollen vermieden werden, bevor sie entstehen. Und für eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung zu sorgen, ist auch das Ziel der Initiative "IN FORM", welche die Bundesregierung zur Verbesserung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens bereits im Jahr 2008 ins Leben gerufen hat (www.in-form.de).

Das Turnfest in Berlin war erneut ein voller Erfolg. Das gilt auch für den Galaabend im Berliner Olympiastadion, bei dem rund 6.000 Turnerinnen und Turner vor etwa 55.000 Gästen mit Auftritten für ihren Sport warben - vor den Augen auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. An diesem rauschenden Abend wurde zudem Fabian Hambüchen aus seiner sportlichen Laufbahn verabschiedet - nach 14 Jahren in der deutschen Turn-Nationalmannschaft, 40 deutschen Meistertiteln und 27 internationalen Medaillen, darunter einer olympischen Goldmedaille am Reck. Mein Kollege Eberhard Gienger MdB, ehemaliger Turn-Weltmeister, Erfinder des "Gienger-Saltos" und mit Sicherheit der gelenkigste Bundestagsabgeordnete, war zuvor mit seinem 5192. Fallschirmsprung im Mittelkreis des Stadions gelandet... - Klasse!

Was viele Menschen in unserem Land - ob mit Meisterschaftshoffnungen, ob als Hobby - an Reck, Ringen, Schwebebalken und anderen Turngeräten leisten, ist wahrlich beeindruckend. Was die eingangs erwähnte Johanna Quaas betrifft: Sie ist heute die weltweit älteste Wettkampfturnerin und steht damit im Guiness-Buch der Rekorde - und ein Turnfan im fernen Singapur berichtete einst strahlend: "Ich kenne zwei Deutsche, Angela Merkel und Johanna Quaas." Na, das sind doch genau die richtigen!

Es grüßt Sie herzlich aus Berlin

Ihr Hermann Gröhe

Mitglied des Deutschen Bundestages

Bundesminister für Gesundheit

www.hermann-groehe.de

(Erschienen im Neusser "Stadt-Kurier" vom 17. Juni 2017.)