DSO: Zahl der Organspenden weiterhin niedrig

Artikel, 12.01.2017
Foto: privat

Die Zahl der Organspender bewegt sich nach der Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in 2016 auf ähnlich niedrigem Niveau wie in den vergangenen beiden Jahren. Demgegenüber stehen nach wie vor bundesweit über 10.000 Patienten auf Wartelisten, die dringend auf ein Spenderorgan warten. 

In 2016 haben 857 Menschen bundesweit postmortal Organe gespendet, in 2015 waren es 877 und in 2014 gab es 864 Spender, die nach ihrem Tod Organe für schwer kranke Patienten gespendet haben.

Entsprechend lag auch die Anzahl der gespendeten Organe 2016 bei insgesamt 2.867 in ähnlicher Höhe gegenüber 2.901 Organen im Vorjahr. Dennoch konnten 2016 bundesweit insgesamt 3.049 Transplantationen (in 2015 waren es 3.084) durchgeführt werden. Die Differenz gegenüber den in Deutschland gespendeten Organen ergibt sich durch den internationalen Organaustausch über die Vermittlungsstelle Eurotransplant.

Einen wichtigen Partner in den Bemühungen um steigende Spenderzahlen sieht die DSO, deren Hauptaufgabe die bundesweite Koordinierung der postmortalen Organspende ist, nach wie vor in den Krankenhäusern. So seien Transplantationsbeauftragte in jedem Entnahmekrankenhaus ein grundlegender Schritt, die Rahmenbedingung für die Organspende zu verbessern. Doch müssten die strukturellen Voraussetzungen in den Krankenhäusern auch flächendeckend umgesetzt werden: „Das betrifft vor allem die Ausgestaltung der Aufgaben der Transplantationsbeauftragten, ihre kontinuierliche Weiterbildung, aber auch die Entlastung von anderen Aufgaben und die Wertschätzung ihrer Tätigkeit – nicht zuletzt durch die Klinikleitung.“, sagt der Medizinische Vorstand der DSO, Dr. med. Axel Rahmel.

Darüber hinaus sei es entscheidend, dass auf den Intensivstationen mögliche Organspender erkannt würden und nach Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls das Gespräch mit den Angehörigen gesucht werde.  Auch betont Rahmel die Wichtigkeit, die Organspende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrzunehmen und ihr mehr Wertschätzung und gesellschaftliche Anerkennung entgegen zu bringen.