Erster Bericht zum Krebsgeschehen vorgestellt

Artikel, 29.11.2016
Foto: BMG / Schinkel

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Dr. Lothar H. Wieler, haben in Berlin den ersten "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland" vorgestellt.

Der "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland" gibt erstmals eine Übersicht zu allen wichtigen Aspekten des Krankheitsgeschehens in Deutschland sowie den Fortschritten bei der Bekämpfung und zeigt auf, welche Entwicklungen zu erwarten sind. Der vom Robert Koch-Institut erstellte Bericht wird entsprechend einer Vorgabe im Bundeskrebsregisterdatengesetz zukünftig alle fünf Jahre erscheinen.

"Dank unserer guten Gesundheitsversorgung leben Menschen nach einer Krebsdiagnose heute deutlich länger als vor zehn Jahren. Trotzdem ist Krebs in Deutschland nach wie vor die zweithäufigste Todesursache. Mit dem Nationalen Krebsplan arbeiten wir daran, die Krebsfrüherkennung weiterzuentwickeln und die medizinische Versorgung weiter zu verbessern. Hierbei muss immer der Patient im Mittelpunkt stehen. Es ist wichtig, Betroffene gut zu betreuen und in Therapieentscheidungen einzubeziehen. Und natürlich spielt auch Prävention eine entscheidende Rolle, denn viele Krebserkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Der Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland zeigt, wo unsere Bemühungen schon greifen und welche Herausforderungen sich in Zukunft stellen", erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren hat das Bundesgesundheitsministerium 2008 den Nationalen Krebsplan mit insgesamt 13 Zielen ins Leben gerufen. Der Fokus liegt hier auf der Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, einer guten, evidenzbasierten und sektorenübergreifenden Versorgung für Krebskranke sowie auf der Stärkung der Patientenorientierung. Erster Meilenstein des Nationalen Krebsplans war das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG), das 2013 beschlossen wurde. Es setzt zum einen wichtige Impulse für die Verbesserung der Krebsfrüherkennung und schafft zum anderen den gesetzlichen Rahmen für den Aufbau der klinischen Krebsregister. Auch das Präventionsgesetz, das im Jahr 2015 in Kraft getreten ist, ist ein wichtiger Baustein für die Krebsbekämpfung in Deutschland. Hierbei geht es darum Krankheiten wie Krebs zu vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen.

2013 erkrankten in Deutschland 482.500 Menschen neu an Krebs (229.900 Frauen und 252.600 Männer). Damit erhöhte sich die Zahl der Neuerkrankungen in 10 Jahren um mehr als 10 Prozent (bei Frauen um 14 % und bei Männern um 10 %). Seit 1970 hat sich die absolute Zahl von Krebsneuerkrankungen in Deutschland nahezu verdoppelt. Der Grund dafür ist vor allem, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Menschen, die an Krebs erkranken und mit einer Krebserkrankung leben, weiter ansteigt. Dank verbesserter Diagnostik und Therapien leben Krebskranke heute länger als noch vor 10 Jahren. Die Überlebensraten nach einer Krebsdiagnose gehören in Deutschland zu den höchsten in Europa. Mittlerweile leben geschätzt über 4 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Krebsdiagnose.