Stromkonverter im Rhein-Kreis Neuss: Interview

Artikel, 17.09.2014

Ein Thema, das die Menschen im Rhein-Kreis Neuss derzeit stark beschäftigt: Bis zum Jahresende 2014 wird im Rhein-Kreis der Standort für den Bau eines Stromkonverters feststehen. Hermann Gröhe, der Neuss, Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen als der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete vertritt, betont im Gespräch mit Radio NE-WS 89.4, dass durch einen Konverter „nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand keine Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten“ sind.

Anbei das vollständige Interview von Radio NE-WS 89.4 vom 17. September 2014.

NE-WS 89.4: In nahezu allen Kommunen im Rhein-Kreis Neuss befürchten Menschen, dass der Konverter für Anwohner Gesundheitsrisiken mit sich bringen wird. Wie ist die Einschätzung des Bundesgesundheitsministers hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren durch den Konverter (z. B. Elektrosmog)?

Gröhe: In den letzten Wochen haben mich aus meinem Wahlkreis zahlreiche Anfragen zur Suche nach einem Konverterstandort im Rhein-Kreis Neuss erreicht. Ich nehme die darin zum Ausdruck kommenden Sorgen sehr ernst. Mit Blick auf etwaige gesundheitliche Gefahren darf ich betonen: Auch der Bau von Konverteranlagen unterliegt klaren Richtlinien und insbesondere immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen. Diese sind strikt einzuhalten. Denn dabei sind Immissionsgrenzwerte vorgeschrieben, die bei höchster betrieblicher Anlagenauslastung nicht überschritten werden dürfen. Wenn diese Grenzwerte eingehalten werden, sind nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand keine Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten.
Wichtig ist aus meiner Sicht: Die Suche nach einem Konverterstandort muss in einem transparenten Verfahren durchgeführt wird. Die Menschen im Rhein-Kreis Neuss haben viele Fragen zum Konverter - und deshalb sind sie so umfassend wie möglich zu informieren. Klar ist: Alle Belastungen durch den geplanten Konverter sind so gering wie möglich zu halten. So ist aus meiner Sicht beim Bau des Konverters insbesondere auf einen möglichst großen Abstand zur Wohnbebauung zu achten.

NE-WS 89.4: Schließt der Bundesgesundheitsminister Gesundheitsgefahren durch den geplanten Stromkonverter völlig aus?

Gröhe: Wir haben in Deutschland klare Grenzwerte für Gleichstrom- und Niederfrequenzanlagen. Diese entsprechen den Werten, die 2009 und 2010 von der ‚Internationalen Kommission zum Schutz vor Nichtionisierender Strahlung‘ empfohlen wurden. Wichtig ist: Diese Kommission ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation, und sie ist zugleich von der Weltgesundheitsorganisation offiziell anerkannt. Insofern möchte ich noch einmal hervorheben: Wenn die genannten Grenzwerte beim Betrieb eines Konverters eingehalten werden, sind nach heutigem wissenschaftlichen Stand keine Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten.

NE-WS 89.4: Inwiefern war / ist / wird das Stromkonverterprojekt ein Sachthema im Bundesgesundheitsministerium?

Gröhe: Fragen zum Strahlenschutz beim Betrieb von Konverteranlagen liegen in der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Strahlenschutz, das dem Bundesumweltministerium zugeordnet ist. Aufgrund der zahlreichen Bürgeranfragen zum Konverter aus meinem Wahlkreis habe ich mich in den letzten Wochen wiederholt mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz in Verbindung gesetzt und um umfassende Informationen zu Konverteranlagen gebeten.