Preisträgerin des "Mental Health Hero"-Wettbewerbs ausgezeichnet

Artikel, 19.07.2017
Foto: Botschaft des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland

Anlässlich des Deutschland-Besuches von Prinz William und Herzogin Catherine hat die Britische Botschaft den Wettbewerb "Mental Health Hero" ausgerufen. Gesucht wurden junge Menschen unter 35 Jahren, die sich besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Neuss, Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen, saß mit in der Jury, die die 27-jährige Anna Gleiniger als Gewinnerin ausgewählt hat.

Anna Gleiniger wird für ihren Einsatz in dem Projekt "U25 – Onlineberatung für suizidgefährdete Jugendliche" ausgezeichnet, bei dem es um die Vermeidung von Selbsttötungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geht. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe saßen der Britische Botschafter Sir Sebastian Wood, Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, die Schwimm-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Britta Steffen und Eckart von Hirschhausen in der Jury. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Prinz William und Herzogin Catherine, die Anna Gleiniger Mittwochabend persönlich für Ihren Einsatz dankten.

Die Förderung der Seelischen Gesundheit ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Dazu gehört vor allem auch ein unbefangener Umgang mit Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden.

"Es ist wichtig, dass wir Erkrankungen wie Depressionen durch gute Präventionsangebote vorbeugen, bevor sie entstehen. Gleichzeitig müssen Menschen mit einer Depression wissen, dass sie nicht allein gelassen werden und es wirksame Behandlungen und Hilfsangebote gibt", erklärt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Rund 320 Millionen Menschen leben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mit einer Depression. In Deutschland erkrankt jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung, rund 4,1 Millionen Menschen leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. Sie sind die Hauptursache der jährlich rund 10.000 Selbsttötungen. Auch die WHO hat den diesjährigen Weltgesundheitstag unter das Motto "Depressionen, sprechen wir’s an!" gestellt. Menschen mit einer seelischen Erkrankung müssen sich darauf verlassen können, dass ihnen im Krankheitsfall so geholfen wird, wie sie es brauchen.

Das vom BMG unterstützte Aktionsbündnis Seelische Gesundheit setzt sich für einen offenen und verständnisvollen Umgang mit Menschen, die an einer psychischen Erkrankungen leiden, ein. Ziel ist der Abbau von gesellschaftlicher Ausgrenzung der betroffenen Menschen. Nur so kann Hilfe wirken. Zu über 90 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie viele Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik.

Gesetzliche Regelungen

Durch das "Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen" (PsychVVG) wurde das Vergütungssystem für psychiatrische und psychosomatische Leistungen angepasst, um den Bedürfnissen seelisch kranker Menschen in der medizinischen Behandlung besser gerecht zu werden: Behandlungen mit hohem Aufwand sollen künftig besser vergütet werden als weniger aufwändige. Durch besondere Behandlungsteams im häuslichen Umfeld soll außerdem gewährleistet werden, dass Menschen mit seelischen Leiden und stationärer Behandlungsbedürftigkeit in akuten Krankheitsphasen noch besser versorgt werden.

Seit April 2017 sind Psychotherapeuten außerdem verpflichtet, psychotherapeutische Sprechstunden anzubieten, um den Zugang zur ambulanten Psychotherapie zu erleichtern und eine niedrigschwellige, flexible und gut erreichbare Versorgung zu gewährleisten.