"Berliner Notizen": Für Gesundheit quer durch Deutschland

Artikel, 20.09.2017
Hermann Gröhe gemeinsam in Aktion mit Gerald Asamoah - Foto: Bundesministerium für Gesundheit

In seinen "Berliner Notizen", die heute im Neusser "Stadt-Kurier" erschienen sind, blickt Hermann Gröhe auf seine sommerliche Informationsreise als Bundesminister für Gesundheit zurück. Abschließendes Reiseziel: Rhein-Kreis Neuss.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was hat eine Übung zu Wiederbelebungsmaßnahmen mit Gerald Asamoah in Gelsenkirchen mit guten Gesprächen über die Herstellung des weltweit ersten Ebola-Impfstoffes in Burgwedel und über die Forschung an einer Seltenen Erkrankungen (SE) des Nervensystems in Magdeburg gemeinsam? Alles waren Programmpunkte meiner sommerlichen Informationsreise als Bundesminister für Gesundheit. Die hatte, da sie bei uns im Rhein-Kreis Neuss endete, den Vorteil, dass ich den mitreisenden Vertretern z. B. der F. A. Z., der ‚Zeit‘, der ‚Welt‘, des ‚Spiegels‘ und von Hörfunk und Fernsehen meine Heimat vorstellen konnte!

Nun aber der Reihe nach, wie sich das für einen Reisebericht gehört: Die Charité in Berlin, eines der deutschlandweit bekanntesten Krankenhäuser, stand am Beginn der Reise. Hier haben wir am Institut für Hygiene und Umweltmedizin über Fortschritte im Kampf gegen Krankenhauskeime gesprochen. Denn dafür ist eine gute Hygiene von entscheidender Bedeutung! Ermutigend sind z. B. die ersten Ergebnisse eines von meinem Ministerium geförderten Projekts, das Ärzte und Pflegekräfte unterstützt, die Handhygiene im Krankenhaus zu verbessern. So konnten durch Verbesserungen der Arbeitsabläufe die Einhaltung der erforderlichen Handhygiene ganz deutlich verbessert und die Zahl der Blutvergiftungen in Folge einer Krankenhausinfektion um rund 60 Prozent gesenkt werden.

Danach ging es weiter nach Magdeburg bzw. zur dortigen Otto-von-Guericke-Universität und zu einem Gespräch über das Phelan-McDermid-Syndrom, einer Seltenen Erkrankung (SE) des Nervensystems, die vor allem Kinder trifft. Von den verschiedenen ‚SE‘ sind in Deutschland jeweils nur sehr kleine Gruppen betroffen. Zugleich aber liegt die Zahl der an ‚SE‘ erkrankten Menschen insgesamt bei rund vier Millionen. Deshalb ist auch die Arbeit des "Nationalen Aktionsbündnisses für Menschen mit Seltenen Erkrankungen" (NAMSE) so wichtig!

Nach der Fahrt von Magdeburg nach Hannover standen in der niedersächsischen Landeshauptstadt der Gedankenaustausch mit verschiedenen Unternehmensgründern so genannter Start-ups aus dem Gesundheitsbereich und ein ausführlicher Besuch der Medizinischen Hochschule auf dem Programm: Hier waren die Vorstellung der verbesserten Begleitung nach einer Nierentransplantation und die auf die breite Öffentlichkeit ausgerichteten, leicht verständlichen Informationen der "Patientenuniversität" beeindruckend. Der Weg führte dann zur MSD Sharp & Dohme GmbH ins nahegelegene Burgwedel. Auch die Entwicklung von Impfstoffen ist von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen internationale, grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren - und in Burgwedel wird in Zukunft der weltweit erste Ebola-Impfstoff hergestellt, dessen Entwicklung durch ‚MSD‘ vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) unterstützt wurde.

Nächster Halt: Gelsenkirchen. Hier habe ich mich über ein weiteres Treffen mit Gerald Asamoah gefreut, der als Fußballprofi u. a. für Schalke 04 und die deutsche Nationalelf am Ball war und danach die Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder gründete. ‚Asa‘, etwa 50 Kinder mehrerer Gelsenkirchener Fußballclubs und ich haben gemeinsam Wiederbelebungsmaßnahmen geübt. ("Prüfen! Rufen! Drücken!", wie es auf www.wiederbelebung.de heißt.) Wiederbelebung ist kinderleicht, kann Leben retten und sollte deshalb auch von früher Kindheit an eingeübt werden.

Der letzte Reiseabschnitt führte durch den Rhein-Kreis Neuss: Im Museum Insel Hombroich konnte ich mit dem Autor Dr. Hajo Schumacher (Im ‚Spiegel‘: Achim Achilles) und dem Altersforscher Prof. Dr. Andreas Kruse über die Zukunft des Alterns sprechen. Denn in unserer "Gesellschaft des längeren Lebens" gehören auch hochbetagte Menschen in unsere Mitte! Zudem fand im Lukaskrankenhaus ein Gespräch über Maßnahmen für eine sicherere IT-Infrastruktur in Krankenhäusern statt, da das ‚Lukas‘ im Februar 2016 Ziel eines schweren Cyberangriffs war.

Das Reiseprogramm spiegelte die Vielfalt meiner täglichen Arbeit wieder - und zugleich war es schön, dass ich den gesammelten Medienvertretern auch einen guten Eindruck vom Rhein-Kreis Neuss vermitteln konnte. Was dabei diejenigen betrifft, die neulich erstmalig in unserem Rhein-Kreis zu Besuch waren: Sie sind jederzeit wieder herzlich willkommen!

Es grüßt Sie herzlich aus Berlin

Ihr Hermann Gröhe

Mitglied des Deutschen Bundestages

Bundesminister für Gesundheit

www.hermann-groehe.de