Interview mit der „Bild-Zeitung“

Artikel, 12.02.2015
Foto: BMG / Stephan Klonk

In einem aktuellen Interview mit der „Bild“ antwortet Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf Fragen zum Versorgungsstärkungsgesetz.

BILD: Können wir künftig unseren Arzt nicht mehr frei wählen? - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: Unsinn! Richtig ist: Wir stärken die Rechte der Patienten. Denn Terminservicestellen helfen gesetzlich Versicherten, wenn's beim Facharzttermin hakt. Mit einer Einschränkung der freien Arztwahl hat das nichts zu tun. 

Wie schnell und wo bekommen Patienten dann Termine? - Es geht darum, dass jeder, der eine medizinische Versorgung braucht, diese innerhalb der nächsten vier Wochen erhält. Natürlich wird es auch weiterhin Patienten geben, die lieber fünf Wochen auf einen Termin bei der sehr beliebten Frau Dr. Müller warten, als morgen zum ihnen noch unbekannten Herrn Dr. Meier in die Sprechstunde zu gehen. Das entscheidet jeder selbst.

Nehmen Sie den Ärzten die Möglichkeit, Praxen zu eröffnen? - Im Gegenteil: Wir ermöglichen es den Kassenärztlichen Vereinigungen überall in Deutschland, Anreize für die Niederlassung von Ärzten zu schaffen. Nicht erst wenn Unterversorgung droht. Das können z.B. Zuschüsse für die Praxis-Neueröffnung oder für besonders gefragte Leistungen sein. Das nutzt Ärzten und Patienten.

Die Ärzte sprechen von 25000 Praxen, die sterben. - Das ist bloße Panikmache. Auch in überversorgten Gebieten wird es immer von der konkreten Versorgungslage abhängen, ob eine Praxis nachbesetzt wird.

Ist die Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rechtens? - Jedenfalls nutzt sie niemandem. Ich rate zu einer Rückkehr zur Sachlichkeit.

(Erschienen in der „Bild-Zeitung“ vom 12. Februar 2015)