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Berliner Notizen: Es lebe die deutsch-amerikanische Freundschaft

In seinen "Berliner Notizen" im Neusser Stadt Kurier blickt Hermann Gröhe auf die Amtsübernahme von Joe Biden als neuem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – aber ich war ehrlich gesagt erleichtert, als Joe Biden als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wurde. Wie Millionen andere habe ich die eindrucksvollen Feierlichkeiten in Washington gebannt verfolgt. Entdeckt habe ich dabei auch den ehemaligen amerikanischen Botschafter in Deutschland, Phil Murphy, dem ich freundschaftlich verbunden bin und der auch schon in Neuss zu Besuch war. Murphy ist heute Gouverneur des US-Bundesstaates New Jersey und muss dort in Zeiten von Corona herausragendes leisten. Als Demokrat wird er sich über die Amtsübernahme von Joe Biden und den „frischen Wind“ im Weißen Haus sicher sehr freuen.

Die schweren Ausschreitungen im Vorfeld der Amtseinführung von Joe Biden haben gezeigt, wo die Hauptaufgabe der neuen Regierung liegt: Gräben in einem tief gespaltenen Land überwinden und versöhnen. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird. Gerade wir Deutsche sehen in den USA zu Recht einen „Leitstern“ der Demokratie. Meine Eltern etwa konnten im Jahr 1958 nach ihrer Flucht aus Westberlin nur mit amerikanischer Hilfe an den Niederrhein gelangen. Und ohne die kraftvolle Unterstützung der USA wäre es nicht zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 gekommen.

Jetzt müssen wir die Chance auf einen Neustart der deutsch-amerikanischen Beziehungen nutzen! Dazu gehört auch eine schnelle Beendigung von Handelsstreitigkeiten. Ungerechtfertigte und massive Strafzölle etwa gegen die deutsche Aluminiumindustrie treffen Unternehmen wie die Hydro Aluminium mit ihren Standorten in Grevenbroich und Neuss hart. Ich finde es deshalb gut, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus Anlass der Amtsübernahme von Joe Biden die Erklärung „Das transatlantische Band wieder stärken - Für eine zukunftsgerichtete und umfassende Partnerschaft“ veröffentlicht hat. Darin fordern wir ausdrücklich die umgehende Aufhebung der amerikanischen Stahl- und Aluminiumzölle. Eine baldige Lösung der Streitigkeiten ist dringend erforderlich.

In diesem Sinne: Verschwenden wir keine Zeit – auf zu neuer Gemeinsamkeit!

Es grüßt Sie herzlich aus Berlin

Ihr

Hermann Gröhe